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Mailand – Eataly

E.A.T.A.L.Y., so wird es ausgesprochen, auch wenn viele Italiener Eateataly sagen… wer weiß, vielleicht essen sie wirklich so gern und äußern dies dann dementsprechend doppelt und dreifach. Erst einmal muss gesagt werden, daß der große Eataly Markt in Mailand ein altes Theater vertrieben hat und zwar das Teatro Smeraldo. Zum Andenken daran hat der Gründer Oscar Farinetti die alte Namenstafel oben auf dem Dach stehen lassen. Das Gebäude des Theaters wurde 1939 geplant und das Theater wurde 1942 eröffnet. Der Architekt hieß Alessandro Rimini, er selbst durfte seinen Entwurf aber nicht unterzeichnen, da er jüdischer Abstammung war. Schon im ersten Weltkrieg gelang er in Kriegsgefangenschaft in Deutschland, genauer gesagt wurde er zu Zwangsarbeit in Münster Westfalen verurteilt. Diesen Albtraum überlebte er dank seiner Begabung im Zeichnen, er karikierte seine Leidensbrüder und verdiente sich damit ein Zubrot. Ihm gelang dann zum Glück die Flucht. Im zweiten Weltkrieg konnte er sich vor dem Abtransport nach Ausschwitz retten, indem er sich am Bahnhof von Verona für einen Polizisten ausgab. Von da aus fuhr er mit dem Fahrrad nach Mailand und widmete sich dann seinen Talenten.

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Zurück zum Theater…in den neunzehnhundertfünfziger Jahren begeisterten Billie Holiday,  die junge Mina und Adriano Celentano das Mailänder Publikum. Mit den Jahren hat sich das Theater dann auf große amerikanische Produktionen spezialisiert und sehr erfolgreich Musicals wie Evita, A Chorus Line, Jesus Christ Superstar, West Side Story und Cats ins Programm aufgenommen. Die Bühne war so geräumig, daß größere Bands Platz finden konnten, ich selbst habe hier ein wunderbares Konzert von Paolo Conte besucht, weitere internationale Gastmusiker waren unter anderem David Bowie, Miles Davis, Bruce Springsteen und Fabrizio De Andrè. Das Theater verlor um 2000-2006 an Glanz, da der Platz vor dem Theater zu einer Dauerbaustelle wurde. Bei dem Versuch hier eine Tiefgarage zu bauen stieß man auf Mauerreste der alten Römer. Alle anliegenden Geschäfte, Restaurants und auch das Theater litten erheblich unter der Absperrung des Platzes. Die Ausgrabungsstätte blieb offen, bis die Nachforschungen beendet wurden, dann wurde auch die Tiefgarage fertiggestellt, um endlich das Geschäftsleben rund um den Platz wieder aufnehmen zu können. Heute widmet sich das Gebäude immer noch der Kultur  – und zwar der Esskultur.
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Die Mailänder Filiale der Eataly-Kette wurden im März 2014 geöffnet. Eataly ist ein extravagantes Kaufhaus für Nahrungsmittel, Kosmetik, Literatur und Haushaltwaren rund um das Thema  „Made in Italy“ . Man findet hier alle traditionellen Gerichte und Zutaten, die sich ein Gourmet normalerweise nur erträumt und kann sich hier sehr schön treiben lassen. Das Personal ist perfekt geschult und die Selektion der Produkte ist ausgezeichnet getroffen. Mailänder und Zugereiste verabreden sich hier gerne zum Mittag -oder Abendessen. Nicht alle Italiener, besonders die Mailänder lieben diesen Ort, da er das umliegende Geschäftsleben kleinerer Bistrots und Bars des Viertels stark beeinträchtigt.  Eat eat Italy!

Pomodorini del vulcano…
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…liebevoll verpackt
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..buoni e basta oder antipatici inutili?
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..sehr gerne einmal die einundsechzig!
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eine Kürbiscreme bitte, für’s Gesicht.
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Alle Fotos © Katinka Saltzmann

Ciao a dopo!



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